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Zahl der Jäger gestiegen - aber weniger Abschüsse

Erschienen am 28.01.2018
Wildschwein-Abschüsse sind in der vorigen Jagdsaison zurückgegangen. Die Zahl soll angesichts der drohenden Afrikanischen Schweinepest wieder steigen. Die Jäger richten dazu einen Appell an die Bürger.

Berlin (dpa) - Die Zahl der Jäger ist in Deutschland auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Die Abschusszahlen sanken dagegen leicht. In der vergangenen Jagdsaison 2016/17 erlegten Jäger 2,635 Millionen Tiere aus Schalen- und Raubwildbeständen, also unter anderem Wildschweine, Rehe, Füchse und Waschbären. Das sind 18 000 Tiere weniger als in der Vorsaison. Im langjährigen Mittel steigen die Abschusszahlen aber, wie der Deutsche Jagdverband in Berlin mitteilte.

Vor allem bei Wildschweinen ist wegen der drohenden Afrikanischen Schweinepest und des aktuell milden Winters wieder mit steigenden Abschusszahlen zu rechnen. Die Jagdstrecke sank zuletzt um 20 000 auf rund 590 000 Tiere. In diesem Zusammenhang appellierte der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen, Reste von Wurstbroten mit Rohwurst oder Fleisch in Mülleimern und nicht in der Natur oder auf Kompostern zu entsorgen. Es bestehe Ansteckungsgefahr für Wildschweine. In dem Bundesland werden nach aufgehobenen Jagdbeschränkungen aktuell schon wieder mehr Wildschweine geschossen.

Der Deutsche Jagdverband möchte zudem zusammen mit Landwirten mehr Jagdschneisen in Raps-, Mais- und Weizengebieten anlegen. Das habe mehrere Vorteile, sagte Sprecher Torsten Reinwald. Auf den 15 bis 20 Meter breiten Schneisen könnten Wildkräuter gepflanzt werden, die Raum für andere Tiere und Insekten böten. Vor der Feldernte würden die Schneisen für bessere Abschussmöglichkeiten gemäht. «Wir müssen viel stärker flexible Naturschutzmaßnahmen in die landwirtschaftliche Fläche bringen», sagte Reinwald.

Rückläufig um mehr als 30 000 Tiere war zuletzt die Jagdstrecke auch bei Füchsen. Unter den Raubtieren waren sie mit 436 000 Tieren die am meisten erlegte Art. Aufgrund der erfolgreichen Tollwutimpfung zum Schutz des Menschen habe sich die Zahl seit den 1980er Jahren verdreifacht, mit Folgen für Bodenbrüter wie Kiebitz oder Feldlerche.

Die Jäger wollen auch den sich rasch ausbreitenden Waschbär verstärkt bejagen. Zwischen 2006 und 2015 habe sich sein Verbreitungsgebiet verdoppelt. Vor Jahrzehnten waren Exemplare der aus Nordamerika stammenden Tiere in Hessen und nördlich von Berlin ausgewildert worden. Er komme inzwischen in fast der Hälfte aller Jagdgebiete vor und verdränge vor allem in Feuchtgebieten andere Tierarten. Selbst auf Bäumen oder in Felswänden seien brütende Vögel nicht sicher.

Fast die Hälfte aller erlegten Tiere entfällt auf Rehwild. Die Zahl stieg von 1,19 auf 1,21 Millionen Tiere. Genau genommen sind aber nicht alle Tiere erlegt worden. Ein Teil geht auf Verkehrsunfälle zurück und fließt in die Statistik ein.

Die Schar der Jäger vergrößerte sich zuletzt um 2000 auf 384 000. Seit der Wiedervereinigung stieg die Jägerschaft damit fast um ein Viertel (23,3 Prozent). Die meisten Jagdscheininhaber kommen zwar mit 91 000 aus Nordrhein-Westfalen. Pro Kopf gerechnet leben die meisten Jäger aber in dünner besiedelten Bundesländern in Nord- und Ostdeutschland.

Bei einer Umfrage gaben angehende Jäger an, wichtigstes Motiv sei die Naturverbundenheit. Dahinter folgen, «angewandter Naturschutz», «praktische Jagdausübung» und «Genuss von Wildfleisch». «Interesse an Waffen» nannten nur wenige (6 Prozent).